AGB.
Fair geregelt.
Allgemeine Geschäftsbedingungen für die Nutzung der Software-Plattform Finaure, mit Preisübersicht, Auftragsverarbeitungsvertrag und Widerrufsbelehrung.
§ 1 Geltungsbereich, Anbieter
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge über die Nutzung der Software-Plattform „Finaure“ (nachfolgend „Plattform“) zwischen der JSLM Products & Services GmbH, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, Sitz der Gesellschaft: Alt-Schwanheim 36, 60529 Frankfurt am Main, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 92798 (nachfolgend „Anbieter“), und ihren Kunden. Die Software Finaure wird vom Anbieter entwickelt; Vertragspartner des Kunden ist ausschließlich der Anbieter.
(2) Kunden können Verbraucher im Sinne von § 13 BGB und Unternehmer im Sinne von § 14 BGB sein. Regelungen, die nur für Verbraucher oder nur für Unternehmer gelten, sind als solche gekennzeichnet.
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn der Anbieter ihnen nicht ausdrücklich widerspricht.
(4) Vertragssprache ist Deutsch. Die Benutzeroberfläche steht in weiteren Sprachen zur Verfügung; maßgeblich ist die deutsche Fassung dieser AGB.
(5) Bestandteil des Vertrags sind diese AGB einschließlich der Anlagen 1 bis 5. Die Datenschutzerklärung für die Plattform informiert über die Verarbeitung personenbezogener Daten; sie ist kein Vertragsbestandteil.
§ 2 Leistungsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden die Plattform als webbasierte Software (Software as a Service) zur eigenverantwortlichen Verwaltung des eigenen Vermögens über das Internet zur Verfügung, insbesondere zur Abbildung von Vermögens- und Gesellschaftsstrukturen, zur Anbindung von Bankkonten, zur Dokumentenverwaltung mit KI-gestützter Analyse, zu Auswertungen und Berichten sowie zur Übergabe von Belegen an den Berater des Kunden. Den Funktionsumfang im Einzelnen beschreibt Anlage 1.
(2) Die Plattform wird auf Servern bereitgestellt, die der Anbieter oder seine Unterauftragsverarbeiter betreiben. Eine Überlassung der Software zur Installation beim Kunden ist nicht geschuldet.
(3) Die Plattform berechnet keine Steuern und bildet keine steuerlichen Regelungen eines Landes ab. Länderbezogene Hinweise (etwa zu Kautionsobergrenzen, Kündigungsfristen oder Nebenkostenkatalogen) sind unverbindliche Orientierungshilfen auf Grundlage allgemein zugänglicher Rechtsquellen zum jeweils genannten Stand; sie ersetzen keine Prüfung durch einen im jeweiligen Land zugelassenen Berater. Außerhalb Deutschlands werden Vermögensprojektionen ausschließlich ohne Steuern (brutto) dargestellt. Vorschläge der Plattform zur Erfassung von Depotbewegungen und Szenario-Simulationen auf Ebene von Anlageklassen erfolgen ausschließlich auf Anfrage des Kunden und ohne Bezug auf einzelne Finanzinstrumente; sie sind keine Anlageberatung.
(4) Der Anbieter erbringt keine Finanzdienstleistungen, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und führt keine Buchführung für den Kunden. Kennzahlen, Projektionen, Kontovorschläge, Kategorisierungen und KI-Ausgaben sind rechnerische oder maschinelle Aufbereitungen der Daten des Kunden und keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Vermögenswerten. Belegexporte für den Berater sind Arbeitshilfen; die Verantwortung für Buchführung, Steuererklärungen und Aufbewahrungspflichten verbleibt beim Kunden und seinen Beratern.
(5) Der Anbieter entwickelt die Plattform fortlaufend weiter. Gegenüber Verbrauchern stellt der Anbieter die zum Erhalt der Vertragsmäßigkeit erforderlichen Aktualisierungen einschließlich Sicherheitsaktualisierungen nach §§ 327f ff. BGB bereit. Änderungen des Leistungsumfangs richten sich nach § 18.
§ 3 Registrierung, Vertragsschluss, Testphase
(1) Die Nutzung setzt eine Registrierung voraus. Der Kunde ist verpflichtet, bei der Registrierung wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen und diese aktuell zu halten. Die E-Mail-Adresse wird vor Freischaltung bestätigt; zum Schutz vor automatisierten Registrierungen setzt der Anbieter einen Bot-Schutz ein. Länderbezogene Formatprüfungen (etwa für Postleitzahlen) sind reine Plausibilitätshinweise.
(2) Die Darstellung der Plattform und der Preise auf der Website ist kein bindendes Angebot. Mit Abschluss der Registrierung gibt der Kunde ein Angebot auf Abschluss eines Nutzungsvertrags ab; der Vertrag kommt mit der Freischaltung des Zugangs zustande. Der Kunde erhält eine Bestätigung per E-Mail. Diese AGB sind jederzeit unter finaure.eu/agb abrufbar und können gespeichert und ausgedruckt werden.
(3) Testphase: Neue Kunden können die Plattform 14 Tage kostenlos und mit vollem Funktionsumfang testen. Bei der Registrierung wählt der Kunde eine Lizenzstufe und einen Abrechnungszeitraum und schließt die Bestellung über die Schaltfläche „zahlungspflichtig bestellen“ ab. Für die ersten 14 Tage fallen keine Kosten an.
(4) Kündigt der Kunde nicht vor Ablauf der Testphase, geht der Vertrag automatisch in das gewählte kostenpflichtige Abonnement über; die erste Abrechnung erfolgt am 15. Tag. Die Kündigung während der Testphase ist jederzeit kostenfrei über die Schaltfläche „Vertrag kündigen“ in der Plattform möglich.
(5) Verbrauchern steht ein Widerrufsrecht zu (§ 17, Anlage 5).
§ 4 Nutzer, Rollen, Zugangsdaten
(1) Der Kunde ist Eigentümer seines Mandanten und kann weitere Nutzer einladen und ihnen je Entität Rollen zuweisen, insbesondere Admin, Verwalter, Assistent, Mitglied, Berater und Vertrauensperson. Umfang und Sichtbarkeit der Rollen werden serverseitig durchgesetzt. Der Kunde bleibt alleiniger Vertragspartner, ist für die Auswahl seiner Nutzer und die Vergabe von Rechten verantwortlich und hat das Verhalten seiner Nutzer wie eigenes zu vertreten.
(2) Zugangsdaten sind geheim zu halten und vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Die Plattform bietet eine Zwei-Faktor-Anmeldung (TOTP); der Kunde kann sie für seinen Mandanten verpflichtend machen. Geldbewegungen und administrative Aktionen setzen eine Anmeldung mit zweitem Faktor voraus. Bei Verdacht auf Missbrauch hat der Kunde den Anbieter unverzüglich zu informieren und betroffene Zugänge zu sperren.
(3) Der Kunde kann einzelne Aufgaben, Datenräume oder Berichte über befristete, widerrufbare Links für Externe (z. B. Berater, Notar, Familie) freigeben. Die Auswahl der Empfänger liegt in der Verantwortung des Kunden.
(4) Eine vom Kunden benannte Vertrauensperson kann nach den in der Plattform hinterlegten Regeln einen Notfallzugriff erhalten. Der Kunde entscheidet über Benennung und Umfang.
(5) Support-Zugriffe von Mitarbeitenden des Anbieters auf den Mandanten erfolgen nur, soweit sie zur Leistungserbringung erforderlich sind; sie werden protokolliert und dem Eigentümer in der Plattform angezeigt. Der Anbieter hat keinen Zugriff auf Zahlungen oder Bankanbindungen des Kunden.
§ 5 KI-Funktionen
(1) Die Plattform enthält KI-gestützte Funktionen, insbesondere die Analyse hochgeladener Dokumente und Bilder (SmartUpload), einen Assistenten für Fragen zu den eigenen Daten (SmartAssist), eine Hilfe zur Einrichtung (SmartGuide) und die Strukturierung von Support-Anfragen. Der Kunde wird in der Benutzeroberfläche darüber informiert, wenn er mit einem KI-System interagiert; KI-erzeugte Exporte sind als solche gekennzeichnet.
(2) KI-Ergebnisse sind Vorschläge. Sie können unvollständig oder fehlerhaft sein und werden erst nach Prüfung und Bestätigung durch den Kunden übernommen. Für Dokumenten-Uploads steht ein KI-freier, manueller Erfassungsweg zur Verfügung. SmartAssist ist erst nach ausdrücklicher Einwilligung des jeweiligen Nutzers nutzbar und kann jederzeit deaktiviert werden.
(3) Für die KI-Verarbeitung setzt der Anbieter die Anthropic Claude API als Unterauftragsverarbeiter ein. Nach dem jeweils geltenden Vertrag mit Anthropic werden Inhalte nach der Verarbeitung nicht gespeichert und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet (derzeit: Zero Data Retention). Der Anbieter übermittelt je Funktion nur die erforderlichen Daten und pseudonymisiert sie, soweit möglich. Einzelheiten regelt die Datenschutzerklärung für die Plattform.
(4) Von der KI angezeigte Wertindikationen für Vermögensgegenstände sind unverbindliche, automatisch erzeugte Schätzungen ohne Bezug auf aktuelle Marktdaten. Sie stellen keine Bewertung, kein Gutachten und keine Anlage-, Versicherungs- oder Steuerberatung dar; für Zwecke der Versicherung, Besteuerung, Nachfolge oder Veräußerung hat der Kunde ein Gutachten einzuholen.
(5) Der Anbieter ist berechtigt, eine automatisierte Nutzung der Plattform ohne seine Zustimmung (etwa durch Bots oder KI-Agenten) mit technischen Mitteln zu erkennen und betroffene Sitzungen zu beenden. Hierfür werden ausschließlich nutzdatenfreie Signale verwendet.
§ 6 Bankanbindung und Zahlungsläufe
(1) Die Anbindung von Bankkonten erfolgt über die finAPI GmbH, München, einen von der BaFin beaufsichtigten Kontoinformationsdienst. Die Autorisierung einschließlich starker Kundenauthentifizierung findet unmittelbar zwischen dem Kunden, finAPI und seiner Bank statt; der Anbieter erhält und speichert zu keinem Zeitpunkt Online-Banking-Zugangsdaten. Für die Nutzung des Kontoinformationsdienstes können zusätzlich die Bedingungen von finAPI gelten, denen der Kunde im Anbindungsprozess zustimmt.
(2) Verfügbarkeit, Vollständigkeit und Aktualität der übermittelten Kontoinformationen hängen von der jeweiligen Bank und von finAPI ab. Der Anbieter übernimmt hierfür keine Gewähr, soweit die Ursache nicht in seinem Verantwortungsbereich liegt.
(3) Zahlungsläufe werden in der Plattform vorbereitet und nach dem vom Kunden eingerichteten Freigabeverfahren (Vier-Augen-Prinzip, Freigabelimits, Anmeldung mit zweitem Faktor) freigegeben. Die Ausführung eines Zahlungsauftrags erfolgt ausschließlich im Autorisierungsverfahren der Bank des Kunden; der Anbieter führt selbst keine Zahlungen aus.
§ 7 Preise, Lizenzstufen, Zahlung
(1) Die Entgelte ergeben sich aus der Preisübersicht (Anlage 2). Alle Lizenzstufen enthalten den vollen Funktionsumfang; die Lizenzstufe richtet sich ausschließlich nach dem Bruttovermögen des Kunden.
(2) Bruttovermögen ist die Summe der Werte aller in der Plattform erfassten Vermögensgegenstände des Mandanten ohne Abzug von Verbindlichkeiten.
(3) Überschreitet das in der Plattform erfasste Bruttovermögen die Obergrenze der gebuchten Lizenzstufe um mehr als 10 % (Puffer), weist die Plattform den Kunden darauf hin und bietet den Wechsel in die passende Lizenzstufe an. Das höhere Entgelt wird erst nach ausdrücklicher Bestätigung durch den Kunden berechnet. Bis zur Bestätigung können keine neuen Vermögensgegenstände angelegt werden; alle bestehenden Daten und Funktionen bleiben uneingeschränkt nutzbar. Sinkt das Bruttovermögen wieder unter 90 % der Obergrenze, entfällt der Hinweis. Eine automatische Herabstufung einer bezahlten Lizenzstufe erfolgt nicht; sinkt das Bruttovermögen dauerhaft unter die Grenze einer niedrigeren Stufe, kann der Kunde zum nächsten Abrechnungszeitraum wechseln.
(4) Die Entgelte sind je Abrechnungszeitraum (monatlich oder jährlich) im Voraus fällig. Die Abrechnung erfolgt über den Abrechnungsdienstleister Fynn; die verfügbaren Zahlungsmittel werden im Bestellprozess angezeigt. Rechnungen werden elektronisch bereitgestellt.
(5) Gegenüber Verbrauchern sind die angegebenen Preise Endpreise einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Gegenüber Unternehmern verstehen sich die Preise zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(6) Gerät der Kunde mit einer Zahlung in Verzug, kann der Anbieter den Zugang nach vorheriger Ankündigung in Textform und Setzung einer Nachfrist von mindestens 14 Tagen sperren. Die Daten des Kunden bleiben während der Sperre erhalten. Weitergehende gesetzliche Rechte bleiben unberührt.
(7) Gegenüber Unternehmern kann der Anbieter die Entgelte mit einer Ankündigungsfrist von sechs Wochen zum Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums anpassen; der Kunde kann in diesem Fall zum Wirksamwerden der Anpassung kündigen. Gegenüber Verbrauchern werden Preisänderungen nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung wirksam.
§ 8 Pflichten des Kunden, unzulässige Nutzung
(1) Der Kunde nutzt die Plattform nur im Rahmen der geltenden Gesetze und dieser AGB. Er stellt sicher, dass er Daten und Dokumente Dritter (z. B. von Mietern, Arbeitnehmern oder Vertragspartnern) nur hochlädt und verarbeitet, soweit er dazu berechtigt ist.
(2) Hochgeladen werden können Dateien in den Formaten PDF, JPG und PNG. Der Kunde lädt keine Inhalte hoch, die Schadsoftware enthalten oder Rechte Dritter verletzen.
(3) Unzulässig sind insbesondere: die automatisierte Nutzung der Plattform (Bots, Scraping, KI-Agenten) ohne Zustimmung des Anbieters, die Umgehung oder Störung von Sicherheitsmaßnahmen, die Überlastung der Systeme, der Versuch, auf Daten anderer Kunden zuzugreifen, sowie die Dekompilierung oder Bearbeitung der Software, soweit sie nicht nach § 69e UrhG zwingend erlaubt ist.
(4) Bilder aus hochgeladenen Exposés werden nur auf ausdrückliche Auswahl des Kunden übernommen und ausschließlich zum eigenen, nicht-öffentlichen Gebrauch innerhalb der Plattform gespeichert. Rechte Dritter (z. B. von Maklern oder Fotografen) bleiben unberührt; der Kunde stellt den Anbieter von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer von ihm zu vertretenden Rechtsverletzung beruhen.
(5) Verstößt der Kunde erheblich gegen diese Pflichten, kann der Anbieter den Zugang vorübergehend sperren, in der Regel nach vorheriger Abmahnung; bei schwerwiegenden Verstößen oder Gefahr für die Sicherheit der Plattform auch ohne Abmahnung. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung (§ 14 Abs. 3) bleibt unberührt.
(6) Der Anbieter sichert die Daten der Plattform regelmäßig. Dem Kunden wird empfohlen, wichtige Daten zusätzlich über die Exportfunktionen selbst zu sichern.
§ 9 Nutzungsrechte
(1) Der Kunde erhält für die Dauer des Vertrags das einfache, nicht übertragbare und nicht unterlizenzierbare Recht, die Plattform im Rahmen dieser AGB zu nutzen und seinen Nutzern diese Nutzung zu ermöglichen.
(2) Alle Rechte an den vom Kunden eingestellten Daten und Dokumenten verbleiben beim Kunden. Der Anbieter erhält daran nur die Rechte, die zur Erbringung der vertraglichen Leistungen erforderlich sind.
(3) Die Rechte an der Software liegen beim Anbieter als Entwickler.
§ 10 Verfügbarkeit und Support
(1) Der Anbieter stellt die Plattform mit einer Verfügbarkeit von 98,5 % im Monatsmittel bereit. Nicht eingerechnet sind angekündigte Wartungsfenster, die möglichst in nutzungsarme Zeiten gelegt werden, sowie Störungen, die außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters liegen, insbesondere Störungen des Internets, der Banken oder des Kontoinformationsdienstes sowie höhere Gewalt.
(2) Support erhält der Kunde per E-Mail an info@finaure.eu und über die Plattform. Servicefälle wie das Zurücksetzen der Zwei-Faktor-Anmeldung, Passwortfragen oder das Beenden von Sitzungen werden nach einer Identitätsprüfung per Bestätigungs-E-Mail bearbeitet, ohne dass dafür auf Inhalte des Mandanten zugegriffen wird.
§ 11 Mängelrechte
(1) Für Verbraucher gelten die gesetzlichen Rechte bei Mängeln digitaler Produkte (§§ 327 ff. BGB).
(2) Unternehmer haben Mängel unverzüglich in Textform unter nachvollziehbarer Beschreibung anzuzeigen. Der Anbieter beseitigt Mängel in angemessener Frist durch Nachbesserung oder Umgehungslösung. Gelingt dies nicht, kann der Unternehmer das Entgelt mindern oder nach § 543 BGB kündigen. Die verschuldensunabhängige Haftung für bei Vertragsschluss vorhandene Mängel (§ 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB) ist gegenüber Unternehmern ausgeschlossen.
§ 12 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang einer übernommenen Garantie.
(2) Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf (Kardinalpflicht). In diesem Fall ist die Haftung auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt.
(3) Gegenüber Unternehmern ist die Haftung nach Absatz 2 zusätzlich auf die Höhe der vom Kunden in den zwölf Monaten vor dem schadensbegründenden Ereignis gezahlten Entgelte begrenzt. Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter gegenüber Unternehmern nur in Höhe des Aufwands, der bei ordnungsgemäßer Datensicherung durch den Kunden zur Wiederherstellung erforderlich gewesen wäre.
(4) Für Entscheidungen, die der Kunde auf Grundlage von Kennzahlen, Projektionen, Länderhinweisen oder KI-Ausgaben trifft, übernimmt der Anbieter keine Haftung, soweit sie nicht nach Absatz 1 zwingend ist; § 2 Abs. 3 und 4 gelten entsprechend.
(5) Die vorstehenden Beschränkungen gelten auch zugunsten der Organe, Mitarbeitenden und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
§ 13 Datenschutz, Auftragsverarbeitung
(1) Soweit der Anbieter personenbezogene Daten zu eigenen Zwecken verarbeitet (etwa Kundenkonto, Abrechnung, Sicherheit), ist er Verantwortlicher; Einzelheiten enthält die Datenschutzerklärung für die Plattform.
(2) Soweit der Kunde personenbezogene Daten Dritter über die Plattform verarbeitet, verarbeitet der Anbieter diese als Auftragsverarbeiter. Hierfür gilt der Auftragsverarbeitungsvertrag (Anlage 3), der mit jedem Kunden Vertragsbestandteil ist.
(3) Alle dauerhaft gespeicherten Daten liegen auf Servern in der Europäischen Union (Supabase, Region Frankfurt). Die eingesetzten Unterauftragsverarbeiter und die Garantien für Übermittlungen in Drittländer ergeben sich aus Anlage 4.
§ 14 Laufzeit und Kündigung
(1) Das Abonnement läuft für den gewählten Abrechnungszeitraum (Monat oder Jahr) und verlängert sich jeweils um denselben Zeitraum, wenn es nicht bis zum Ende des laufenden Zeitraums gekündigt wird. Der Kunde kann jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums kündigen.
(2) Der Anbieter kann das Abonnement mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Abrechnungszeitraums ordentlich kündigen.
(3) Das Recht beider Parteien zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn der Kunde trotz Abmahnung erheblich gegen § 8 verstößt oder mit der Zahlung von zwei aufeinanderfolgenden Entgelten in Verzug ist.
(4) Verbraucher: Hat sich ein Jahresabonnement nach Ablauf der ersten Laufzeit verlängert, läuft es auf unbestimmte Zeit weiter und kann jederzeit mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden; bereits gezahlte Entgelte für die Zeit nach Vertragsende werden anteilig erstattet.
(5) Die Kündigung ist in Textform (z. B. per E-Mail an info@finaure.eu) oder über die Kündigungsfunktion in der Plattform möglich. Die Kündigung wird in Textform bestätigt.
§ 15 Vertragsende, Export, Löschung
(1) Nach Vertragsende hat der Kunde für 90 Tage (Export-Fenster) lesenden Zugriff auf seine Daten und kann ein vollständiges Export-Paket abrufen (alle Dokumente in Ordnerstruktur sowie die Kerndaten als CSV-Dateien) und Belege in den verfügbaren Exportformaten herunterladen. Der Anbieter erinnert zu Beginn sowie 30 und 7 Tage vor Ablauf des Export-Fensters.
(2) Nach Ablauf des Export-Fensters löscht der Anbieter alle Daten des Mandanten endgültig, einschließlich der Dokumente und der beim Kontoinformationsdienst angelegten Zugänge. Die Löschung wird protokolliert.
(3) Ausgenommen von der Löschung sind (a) Daten, die der Anbieter aufgrund eigener gesetzlicher Aufbewahrungspflichten aufbewahren muss, insbesondere eigene Rechnungen und Buchungsbelege (acht Jahre), (b) ein datenminimiertes Löschprotokoll ohne Inhaltsdaten als Nachweis der Löschung (sechs Jahre) und (c) Sicherungskopien, die im regulären Backup-Zyklus spätestens nach 14 Tagen überschrieben werden.
(4) Auf Wunsch des Kunden löscht der Anbieter die Daten bereits vor Ablauf des Export-Fensters.
§ 16 Vertraulichkeit
Der Anbieter behandelt alle Daten und Informationen des Kunden vertraulich und verwendet sie ausschließlich zur Erbringung der vertraglichen Leistungen. Der Anbieter verkauft keine Daten und gibt sie nur an die in Anlage 4 genannten Unterauftragsverarbeiter weiter, soweit dies zur Leistungserbringung erforderlich ist, oder soweit er gesetzlich oder durch behördliche oder gerichtliche Anordnung dazu verpflichtet ist.
§ 17 Widerrufsrecht für Verbraucher
(1) Verbrauchern steht ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Vertragsschluss bei der Registrierung zu. Einzelheiten ergeben sich aus der Widerrufsbelehrung (Anlage 5).
(2) Verlangt der Verbraucher ausdrücklich, dass die Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, schuldet er im Fall des Widerrufs einen anteiligen Wertersatz für die bis dahin erbrachten Leistungen (§ 357a BGB). Für die unentgeltliche Testphase fällt kein Wertersatz an.
§ 18 Änderungen
(1) Leistungsänderungen: Der Anbieter kann die Plattform über das zur Erhaltung der Vertragsmäßigkeit Erforderliche hinaus ändern, wenn hierfür ein triftiger Grund besteht (etwa Rechtsänderungen, Sicherheitsanforderungen, technische Weiterentwicklung oder Änderungen bei Unterauftragsverarbeitern), dem Kunden keine zusätzlichen Kosten entstehen und er klar und verständlich informiert wird. Beeinträchtigt eine Änderung die Nutzung für Verbraucher mehr als nur unerheblich, informiert der Anbieter rechtzeitig vorab in Textform; der Verbraucher kann den Vertrag dann innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Information oder nach der Änderung unentgeltlich beenden (§ 327r BGB).
(2) Änderungen dieser AGB gegenüber Verbrauchern werden nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung wirksam. Stimmt der Verbraucher nicht zu, gelten die bisherigen AGB fort.
(3) Änderungen dieser AGB gegenüber Unternehmern teilt der Anbieter mindestens sechs Wochen vor ihrem Wirksamwerden in Textform mit. Widerspricht der Unternehmer nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen; auf diese Folge weist der Anbieter in der Mitteilung gesondert hin. Widerspricht der Unternehmer, kann jede Partei den Vertrag zum Wirksamwerden der Änderung kündigen.
§ 19 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur, soweit dadurch nicht der Schutz entzogen wird, der durch zwingende Bestimmungen des Rechts des Staates gewährt wird, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (Art. 6 Abs. 2 Rom-I-Verordnung).
(2) Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus dem Vertrag Frankfurt am Main. Für Verbraucher gelten die gesetzlichen Gerichtsstände.
(3) Der Anbieter ist nicht bereit und nicht verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen (§ 36 VSBG).
(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt die gesetzliche Regelung.
Anlage 1 – Leistungsbeschreibung
Die Plattform umfasst in allen Lizenzstufen insbesondere folgende Funktionen. Eine aktuelle Übersicht findet sich unter finaure.eu/funktionen; Änderungen richten sich nach § 18.
- Vermögens- und Strukturübersicht: Abbildung von Personen, Gesellschaften, Stiftungen und Beteiligungsquoten mit anteiliger Konsolidierung; Vermögens-Dashboard über alle Anlageklassen.
- Multibanking: Anbindung von Konten und Depots über finAPI (§ 6); Zahlungsläufe mit Vier-Augen-Freigabe.
- Dokumente und Datenraum: Ablage, Suche, befristete Freigaben für Externe.
- SmartUpload: KI-gestützte Erkennung von Belegen, Verträgen, Depotauszügen, Jahresabschlüssen, Fondsreports, Exposés und Objektfotos (§ 5).
- SmartAssist und SmartGuide: KI-Assistent für Fragen zu den eigenen Daten und Hilfe bei der Einrichtung.
- SmartWealth: langfristige Vermögens- und Lebensplanung (Projektion, Ruhestand, Entnahme, Szenario-Simulation auf Ebene von Anlageklassen).
- SmartFinance: operative Finanzsteuerung (Liquidität, Fixposten, Plan/Ist, Einmaleffekte).
- Übergabe an den Berater: Belegsammlung und Export in landesüblichen Formaten (z. B. DATEV EXTF, BMD, RZL, FEC, CSV) als Arbeitshilfe, ohne Buchführung.
- Immobilien und Mieten, Beteiligungen, Depot-Tranchen (informatorisch), Aufgaben und Fristen, Berichte (PDF).
- Länderprofile: landesspezifische Hinweise zu Mietrecht, Nebenkosten und Vorsorge ohne Steuermechanik. Einzelne Funktionen sind nicht in allen Ländern verfügbar (z. B. Freibetragsrechner nur für Deutschland, Nebenkostenabrechnung nicht in allen Ländern).
- Rollen und Sicherheit: Rollen- und Sichtbarkeitsmodell je Entität, Zwei-Faktor-Anmeldung, Audit-Protokoll.
Anlage 2 – Preisübersicht
Alle Lizenzstufen enthalten den vollen Funktionsumfang, unbegrenzte Nutzer, Bankkonten und Entitäten. Die Lizenzstufe richtet sich ausschließlich nach dem Bruttovermögen (§ 7).
| Lizenzstufe | Bruttovermögen | Preis / Monat (inkl. 19 % USt) | Netto / Monat |
|---|---|---|---|
| S | bis 5 Mio. € | 59,00 € | 49,58 € |
| M | über 5 Mio. € bis 25 Mio. € | 119,00 € | 100,00 € |
| L | über 25 Mio. € bis 75 Mio. € | 239,00 € | 200,84 € |
| XL | über 75 Mio. € bis 150 Mio. € | 690,00 € | 579,83 € |
| Individual | über 150 Mio. € | nach gesonderter Vereinbarung | |
- Abrechnungszeiträume: monatlich oder jährlich. Das Jahresentgelt beträgt das Zehnfache des Monatspreises. Zahlung jeweils im Voraus.
- XL: zusätzlich zum vollen Funktionsumfang ein persönlicher Onboarding-Termin.
- Puffer: Ein Wechsel in die nächsthöhere Stufe wird erst angeboten, wenn die Obergrenze um mehr als 10 % überschritten ist, und nur nach Bestätigung durch den Kunden berechnet (§ 7 Abs. 3).
- Testphase: 14 Tage kostenlos; ohne Kündigung in der Testphase geht der Vertrag in das gewählte Abonnement über (§ 3 Abs. 3 und 4).
- Die Bruttopreise gelten für Verbraucher mit Wohnsitz in Deutschland. Für Verbraucher in anderen EU-Staaten kann der Umsatzsteuersatz des jeweiligen Staates gelten; der Endpreis wird im Bestellprozess angezeigt.
Anlage 3 – Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO)
Teil A – Vertragsbestimmungen
1. Gegenstand, Dauer, Rollen
(1) Dieser Vertrag konkretisiert die datenschutzrechtlichen Pflichten der Parteien aus dem Nutzungsvertrag über die Plattform (Hauptvertrag). Der Kunde ist Verantwortlicher für die personenbezogenen Daten, die er über die Plattform verarbeitet oder verarbeiten lässt; der Anbieter verarbeitet diese Daten als Auftragsverarbeiter ausschließlich zur Erbringung der vertraglichen Leistungen.
(2) Die Dauer entspricht der Laufzeit des Hauptvertrags zuzüglich des Export-Fensters und der Löschung nach § 15 AGB.
(3) Für Daten, die der Anbieter zu eigenen Zwecken verarbeitet (Kundenkonto, Abrechnung, eigene Aufbewahrungspflichten), ist der Anbieter Verantwortlicher; insoweit gilt die Datenschutzerklärung.
2. Art und Zweck der Verarbeitung, Daten, Betroffene
(1) Zweck: Bereitstellung einer digitalen Vermögensverwaltungs-Plattform einschließlich Dokumentenverwaltung, KI-gestützter Analyse, Bankdaten-Anbindung, Auswertungen, Berichten und Export.
(2) Datenkategorien: Stamm- und Kontaktdaten, Vertrags- und Finanzdaten (Verträge, Forderungen und Verbindlichkeiten, Bankumsätze, Salden, Belege), Dokumenteninhalte einschließlich darin enthaltener Personenangaben, Nutzungs- und Protokolldaten. Keine Bank-Zugangsdaten.
(3) Betroffene: der Kunde und seine Nutzer sowie Dritte, deren Daten der Kunde einbringt, insbesondere Mieter, Arbeitnehmer, Vertragspartner, Familienangehörige und Berater.
(4) Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) sind nicht Vertragsgegenstand. Bringt der Kunde solche Daten in Dokumenten ein, verantwortet er die Zulässigkeit.
3. Weisungen
(1) Der Anbieter verarbeitet die Daten nur auf dokumentierte Weisung des Kunden. Die Weisungen ergeben sich aus dem Hauptvertrag und der Nutzung der Plattformfunktionen (Konfiguration, Uploads, Freigaben, Exporte, Löschaufträge). Individuelle Weisungen bedürfen der Textform.
(2) Hält der Anbieter eine Weisung für rechtswidrig, informiert er den Kunden unverzüglich und darf die Ausführung bis zur Bestätigung aussetzen.
4. Vertraulichkeit
Der Anbieter verpflichtet alle mit der Verarbeitung befassten Personen auf Vertraulichkeit (Art. 28 Abs. 3 lit. b, Art. 29 DSGVO) und weist sie in die Anforderungen des Datenschutzes ein.
5. Technische und organisatorische Maßnahmen
(1) Der Anbieter trifft die in Teil B beschriebenen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO.
(2) Der Anbieter darf die Maßnahmen weiterentwickeln, sofern das Schutzniveau nicht unterschritten wird. Wesentliche Änderungen werden dokumentiert.
6. Unterauftragsverarbeiter
(1) Der Kunde genehmigt die in Anlage 4 aufgeführten Unterauftragsverarbeiter.
(2) Der Anbieter informiert den Kunden mindestens vier Wochen vor der Hinzuziehung oder Ersetzung eines Unterauftragsverarbeiters in Textform. Der Kunde kann aus wichtigem datenschutzrechtlichem Grund widersprechen. Ist eine einvernehmliche Lösung nicht möglich, steht beiden Parteien ein Sonderkündigungsrecht zum Wirksamwerden der Änderung zu.
(3) Der Anbieter erlegt Unterauftragsverarbeitern vertraglich im Wesentlichen dieselben Datenschutzpflichten auf. Bei Übermittlungen in Drittländer bestehen die in Anlage 4 genannten Garantien.
7. Unterstützung, Betroffenenrechte
(1) Der Anbieter unterstützt den Kunden bei der Erfüllung der Betroffenenrechte (Art. 12 bis 22 DSGVO), vorrangig durch die Plattformfunktionen: Export-Paket (Auskunft, Übertragbarkeit), Berichtigung im Self-Service, Sperrung ohne Löschung, protokollierte Endlöschung sowie Einwilligungsverwaltung für KI-Funktionen mit KI-freiem Alternativweg.
(2) Richten Betroffene Anfragen direkt an den Anbieter, leitet er diese unverzüglich an den Kunden weiter.
(3) Der Anbieter unterstützt den Kunden im Rahmen des Zumutbaren bei Datenschutz-Folgenabschätzungen und vorherigen Konsultationen (Art. 35, 36 DSGVO).
8. Meldung von Datenschutzverletzungen
Der Anbieter meldet dem Kunden Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten, die dessen Daten betreffen, unverzüglich, spätestens innerhalb von 48 Stunden nach Kenntnis, mit den nach Art. 33 Abs. 3 DSGVO verfügbaren Informationen, und unterstützt ihn bei Melde- und Benachrichtigungspflichten.
9. Nachweise und Kontrollen
(1) Der Anbieter weist die Einhaltung dieses Vertrags durch die Beschreibung der Maßnahmen (Teil B), seine fortgeschriebene Sicherheits- und Compliance-Dokumentation sowie Zertifizierungen seiner Infrastruktur-Unterauftragsverarbeiter (insbesondere SOC 2 Type 2 des Hosting-Anbieters) nach.
(2) Darüber hinausgehende Kontrollen vor Ort sind nach Ankündigung mit einer Frist von vier Wochen, während der Geschäftszeiten, ohne Störung des Betriebs und höchstens einmal jährlich möglich, soweit nicht ein konkreter Anlass besteht. Der Anbieter kann sie durch gleichwertige Nachweise unabhängiger Dritter ersetzen. Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten.
10. Löschung und Rückgabe
Nach Vertragsende gilt der in § 15 AGB geregelte Ablauf: 90-tägiges Export-Fenster mit vollständigem Export-Paket, anschließend endgültige Löschung in dokumentierter Reihenfolge (Nachweisprotokoll, Entfernung der Zugänge beim Kontoinformationsdienst, Datenbank, Dokumentenspeicher, Zugangskonto), protokolliert in einem datenminimierten Löschregister (sechs Jahre). Sicherungskopien werden spätestens nach 14 Tagen überschrieben.
11. Haftung, Vorrang
Es gelten die Haftungsregelungen des Hauptvertrags (§ 12 AGB) sowie Art. 82 DSGVO. Bei Widersprüchen zwischen diesem Vertrag und dem Hauptvertrag geht in datenschutzrechtlichen Fragen dieser Vertrag vor.
Teil B – Technische und organisatorische Maßnahmen
1. Vertraulichkeit
- Infrastruktur: Betrieb auf Managed-Cloud-Infrastruktur (Supabase auf AWS, Region Frankfurt; SOC 2 Type 2); physische Sicherheit durch den Infrastrukturbetreiber.
- Zugang: Anmeldung per E-Mail und Passwort (Speicherung nur als Hash), Zwei-Faktor-Anmeldung (TOTP) für alle Nutzer verfügbar und je Mandant verpflichtend einstellbar, Wiederherstellungscodes nur als Hash, Sitzungen mit Ablauf und nutzereinstellbarem Inaktivitäts-Logout, Bot-Schutz bei der Registrierung; Administrationszugänge des Anbieters mit Zwei-Faktor-Anmeldung und minimalem Personenkreis.
- Zugriff: serverseitig erzwungene Mandantentrennung (Row Level Security) auf allen Mandanten-Tabellen; Sichtbarkeitssteuerung je Nutzer und Entität; Rollenmodell mit dreifacher Durchsetzung (Oberfläche, Routenschutz, Datenbankrichtlinie); Vier-Augen-Prinzip für Zahlungsfreigaben; Anmeldung mit zweitem Faktor für Geldbewegungen und Administration; protokollierte und für den Eigentümer sichtbare Support-Zugriffe ohne Zugriff auf Zahlungen und Bankanbindungen.
- Dokumente: mandantengetrennte Speicherpfade; Abruf nur authentifiziert über kurzlebige signierte Links; Upload-Beschränkung auf PDF, JPG und PNG.
- Externe Freigaben: Links mit 256-Bit-Zufallstoken (nur als Hash gespeichert), auf einen Vorgang begrenzt, befristet, mit Fehlversuchssperre und Rate-Limit, jederzeit widerrufbar, vollständiges Zugriffsprotokoll.
2. Integrität
Serverseitige Validierung aller Schreibvorgänge; Prüfung der Signaturen eingehender Abrechnungs-Webhooks; Audit-Protokoll der Nutzeraktionen (Einsicht nur Eigentümer und Admin); Übergabe-Workflows für Belege mit protokolliertem Storno; keine Nutzdaten in technischen Protokollen.
3. Verschlüsselung und Pseudonymisierung
Verschlüsselung im Ruhezustand (AES-256) und bei der Übertragung (TLS 1.2 oder höher); Content-Security-Policy, HSTS und weitere Sicherheits-Header; erzwungenes HTTPS. Datenminimierung bei KI-Funktionen: anonymisierte Kontexte für den KI-Assistenten (keine Klarnamen von Kontakten, keine IBANs, Steuernummern oder Geburtsdaten), Stichproben statt vollständiger Dateien bei der Importerkennung, keine Kennungen als Metadaten bei Dokumentanalysen, Anonymisierung von Support-Texten, Entfernung von Standort- und Metadaten aus Fotos vor der Übermittlung.
4. Verfügbarkeit und Belastbarkeit
Tägliche Backups mit zeitpunktgenauer Wiederherstellung beim Datenbankbetreiber; weltweit verteilte Auslieferung der Anwendungsoberfläche; Rate-Limits auf sensiblen Pfaden; dokumentierte Betriebsroutinen und regelmäßige Schlüsselrotation.
5. Regelmäßige Überprüfung
Security-by-Design-Regeln für jede Weiterentwicklung (u. a. Mandanten-Richtlinie für jede neue Tabelle, keine Geheimnisse im Frontend mit Prüfschritt je Auslieferung, Authentifizierungsprüfung in jeder Serverfunktion, Erfassung jeder neuen Integration im Datenflussverzeichnis); interne Sicherheitsprüfungen mit dokumentierter Nachverfolgung; monatliche Prüfung von Software-Abhängigkeiten; Tests gegen Prompt-Injection bei KI-Funktionen.
6. Organisation
Dokumentierte Einweisung der mit der Verarbeitung befassten Personen; Lösch- und Aufbewahrungskonzept mit Export-Fenster, protokollierter Endlöschung und Löschregister; fortgeschriebene Sicherheits- und Compliance-Dokumentation mit Versionshistorie.
Anlage 4 – Unterauftragsverarbeiter
A. Unterauftragsverarbeiter mit Zugriff auf personenbezogene Daten
| Anbieter | Leistung | Ort der Verarbeitung | Garantie |
|---|---|---|---|
| Supabase, Inc. (auf Amazon Web Services) | Datenbank, Anmeldung, Dateispeicher, Serverfunktionen | EU (Deutschland) | AVV; Speicherung ausschließlich in der EU |
| Anthropic PBC | KI-Verarbeitung (ohne Speicherung, ohne Training) | USA | AVV mit EU-Standardvertragsklauseln; Zero Data Retention |
| finAPI GmbH, München | Kontoinformationsdienst (Bankanbindung) | Deutschland | AVV |
| Fynn | Abonnement-Abrechnung, Rechnungen | Deutschland / EU | AVV |
| Sendinblue SAS (Brevo), Paris | Versand von System-E-Mails | EU | AVV |
| Netlify, Inc. | Auslieferung der Anwendungsoberfläche (kein Datenspeicher) | USA / weltweit | AVV; EU-US Data Privacy Framework, Standardvertragsklauseln |
| Cloudflare, Inc. | Bot-Schutz bei der Registrierung (Turnstile) | USA | AVV; EU-US Data Privacy Framework, Standardvertragsklauseln |
| Microsoft Ireland Operations Ltd. | E-Mail-Kommunikation und Support | EU | AVV; EU-US Data Privacy Framework, Standardvertragsklauseln |
| Hostinger International Ltd., Zypern | E-Mail-Postfächer | EU | AVV |
| Stripe Payments Europe, Ltd., Irland | Zahlungsabwicklung für Bestandsverträge (wird abgelöst) | EU / USA | AVV; Standardvertragsklauseln |
B. Externe Datenquellen ohne Personenbezug
Kurs-, Edelmetall- und Wechselkursdaten sowie öffentliche Nachrichten-Feeds werden ausschließlich serverseitig abgerufen (u. a. Twelve Data, Metals-API, Frankfurter API/EZB sowie öffentliche Nachrichtenquellen). Übermittelt werden nur Wertpapier-Symbole bzw. Feed-Abrufe, keine Nutzerdaten. Diese Anbieter sind keine Auftragsverarbeiter.
Anlage 5 – Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular
Die folgende Belehrung gilt für Verbraucher.
Widerrufsbelehrung
Widerrufsrecht
Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsschlusses.
Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (JSLM Products & Services GmbH, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, E-Mail info@finaure.eu) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief oder eine E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist.
Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.
Folgen des Widerrufs
Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.
Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen sollen, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.
Ende der Widerrufsbelehrung
Muster-Widerrufsformular
(Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück.)
An JSLM Products & Services GmbH, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, E-Mail: info@finaure.eu:
Hiermit widerrufe(n) ich/wir (*) den von mir/uns (*) abgeschlossenen Vertrag über die Erbringung der folgenden Dienstleistung: Nutzung der Plattform Finaure (Abonnement, Lizenzstufe: ________)
- Bestellt am (*) / erhalten am (*): ________
- Name des/der Verbraucher(s): ________
- Anschrift des/der Verbraucher(s): ________
- Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): ________
- Datum: ________
(*) Unzutreffendes streichen.
Stand: Oktober 2026